Die Landwirtschaft im Wandel der Zeit 

von Kurt Kiermeier

Kartoffelanbau

 

Der Kartoffelanbau begann in Waibstadt im 18. Jahrhundert, als man von der Dreifelderwirtschaft zur Fruchtwechselwirtschaft wechselte. Er entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zum Grundnahrungsmittel Nummer ein.

Früh erkannten die Waibstadter Bauern die hervorragenden Bodenverhältnisse für einen erfolgreichen Kartoffelanbau. Innerhalb weniger Jahre waren die Waibstadter Kartoffeln wegen ihrer guten Qualität so bekannt, dass viele Landwirte diese nach Heidelberg und Mannheim verkauften.

 

Um mit den Pferdegespannen heil nach Heidelberg zu gelangen, wurde ein Teil der begehrten Ware auf die Bahn verlagen. Hierbei waren die Säcke mit den Namen der Landwirte gekennzeichnet um Verwechslungen zu vermeiden. Nun führen die Landwirte mit ihren abgespeckten Fuhrwerken nach Heidelberg. Oftmals mussten sie am Krähbuckel (Mauer) einander vorspannen, um diese natürliche Hürde zu überwinden. In Heidelberg angelangt, wurden die Kartoffeln wieder von der Bahn umgeladen und mit dem Pferdfuhrwerk ausgefahren. Auf dem Heimweg wurde in Mauer Station gemacht, um die Pferde und sich selbst aufzurüsten.

 

Als die Traktoren um 1950 in der Landwirtschaft Einzug hielten, wurde diese angenehme Schinderei erheblich erleichtert. Gleichzeitig konnten größere Mengen transportiert werden.

Mit dem Ansiedeln von Supermärkten, dem stärken Verkehrsaufkommen, der Umrüstung auf Ölheizung, verbunden mit geänderten Verzehrgewohnheiten in den 70er Jahren fanden auch dieses Brauchtum ein Ende. Dies wurde außerdem beschleunigt durch die Aufgabe vieler landwirtschaftlicher Betriebe. Gleichzeitig stellte man fest, dass unsere Böden für einen vollmechanischen Kartoffelanbau wegen ihrer Hanglagen sowie geringer Siebfähigkeit ungeeignet sind.

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